Für alle statt für Wenige


Medienmitteilung Initiativkomitee „Durchgangsplatz in Gossau“

Von admin, 7.Juni.2016

Nein aus Gossau verschärft das Problem der Schweizer Fahrenden

Das Initiativkomitee Teilzonenplan Wehrstrasse (Durchgangsplatz) nimmt den Entscheid der Gossauer Stimmbevölkerung enttäuscht und ernüchtert zur Kenntnis. Mit dem Nein zum idealen Durchgangsplatz verschärft sich das Problem der fehlenden Haltemöglichkeiten der Schweizer Fahrenden im Kanton St.Gallen. Es ist bitter, dass Vorurteile und Ausgrenzung gegenüber Minderheiten obsiegt haben. Diese grundsätzlich ablehnende Haltung gefährdet langfristig die jahrhundertealte Tradition der Jenischen in unserem Land.

Volk korrigiert Entscheid des Stadtparlament nicht

Das Stadtparlament Gossau lehnte im letzten Jahr einen Durchgangsplatz an der Wehrstrasse in Gossau mit vorgeschobenen , unfairen Argumenten ab. Ein breit abgestütztes Initiativkomitee mit namhaften Persönlichkeiten aus Politik, Kultur, Kirche, Sport und Bildung reichte in der Folge in Rekordzeit eine Initiative mit über 1’000 Unterschriften ein. Die Schweizer Fahrenden setzten grosse Hoffnung in den Abstimmungssonntag. Sie erhofften sich ein positives Signal aus Gossau sozusagen einen Durchbruch für ihre schwierige Suche nach Haltemöglichkeiten in der Ostschweiz.

Es braucht Durchgangplätzen für die Fahrenden

Der Bund verpflichtet die Kantone zur Erstellung von Durchgangsplätzen für die Fahrenden. Seit Jahren versucht der Kanton St.Gallen die nötigen sechs Durchgangsplätze für die national anerkannte Minderheit zu schaffen. Wie nun auch in Gossau scheitern diese Pläne leider immer wieder am Widerstand in den Gemeinden. Die jahrhundertealte Kultur der Fahrenden ist durch diese ausgrenzende Haltung gefährdet. Die Schweizer Fahrenden brauchen Lösungen, um ihre Kultur weiterleben zu können.

Initiativkomitee hat Kultur der Jenischen in den Mittelpunkt gerückt

Die Initiative wurde bei einer hohen Stimmbeteiligung von 45% mit 57% Nein abgelehnt. Trotzdem ist es dem Komitee in den vergangen Monaten gelungen die Kultur der Schweizer Fahrenden in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. Leider reichte der grosse Einsatz aller Beteiligten nicht, um die Vorurteile und unbegründeten Ängste genügend abzubauen um die Mehrheit der Gossauerinnen und Gossauer von der Wichtigkeit der Durchgangsplätze zu überzeugen. Einem Komitee aus acht Gewerbe- Männern ist gelungen, mit unfairen Argumenten und grossflächigen Inseraten die Gossauerinnen und Gossauer von einem Nein zu überzeugen. Die Leidtragenden des Entscheides der Stimmbevölkerung sind die Schweizer Fahrenden.

Für Fragen:
Florian Kobler
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